Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis- Multi-Echelon-Inventory-Optimisation (MEIO) im Fokus
- Was ist Multi-Echelon Optimierungisation (MEIO)?
- Unterschiede zwischen MEIO (Multi-Echelon Inventory Optimisation) und IO (Inventory Optimisation)
- Was sind die Vorteile von MEIO?
- So funktioniert MEIO
- Häufige Herausforderungen bei der Implementierung von MEIO
- Drei MEIO-Szenarien
- Die passende MEIO-Strategie auswählen
- Fazit
Überblick
Multi-Echelon Inventory Optimisation (MEIO) ist eine intelligente Bestandsstrategie, die Unternehmen dabei hilft, entlang ihrer gesamten Lieferkette die richtigen Bestände am richtigen Ort vorzuhalten. Sie senkt Transportkosten, vermeidet Überbestände, verhindert Lieferengpässe und verbessert die Transparenz insgesamt. Durch die Nutzung von Echtzeitdaten zu Nachfrage, Lagerbeständen und Verkäufen erleichtert MEIO den Ausgleich von Beständen über mehrere Standorte und Vertriebskanäle hinweg. Für komplexe, multikanalfähige Lieferketten steigert es die Effizienz, ermöglicht eine bessere Planung und erhöht die Kundenzufriedenheit.
Für Unternehmen, die in der heutigen Zeit in einer Omnichannel- und Multisite-Umgebung arbeiten, ist es noch nie so schwierig und teuer gewesen, die Verfügbarkeit von Lagerbeständen sicherzustellen: Mit mehr Kanälen, anspruchsvolleren Kunden und einer steigenden Produktanzahl, die verwaltet werden muss, können viele Unternehmen schnell den Überblick über ihre Lagerbestände verlieren. Angesichts teurer Überbestände und gleichzeitig kritischer Lieferengpässe stellt sich die Frage: Was können Unternehmen tun, um die Transparenz entlang ihrer integrierten Supply Chain zu verbessern?
Überbestände sind eine der größten Herausforderungen für Unternehmen, die über mehrere Standorte hinweg planen. Das Problem verschärft sich zusätzlich noch durch den „Bullwhip-Effekt”. Dabei werden an jeder Stufe der Supply Chain Sicherheitsbestände aufgebaut, sodass bereits eine relativ kleine Veränderung der Nachfrage zu einem unverhältnismäßigen Anstieg der Bestände am Anfang der Supply Chain führt. Des Weiteren ist es wichtig zu prüfen, dass die korrekten Bestände an den richtigen Standorten verfügbar sind. Ein weiteres wichtiges Thema, das sorgfältig gemanagt werden muss. Wenn dies nicht der Fall ist, kann es zu Umsatzverlusten, enttäuschten Kunden und unnötigen Lagerkosten kommen.
Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen Unternehmen den am besten geeigneten Ansatz für die Bestandsplanung wählen. Aber welche Strategie ist die beste für Ihr Unternehmen? In diesem Blogbeitrag wird die Multi-Echelon-Optimierung (MEIO), also die mehrstufige Bestandsoptimierung, erläutert. Zudem werden ihre Grundprinzipien untersucht und aufgezeigt, wie sie durch bessere Transparenz und Planung zu einer effizienten Lieferkette beitragen kann.
Was ist Multi-Echelon Optimierungisation (MEIO)?
MEIO ist eine fortschrittliche Technik zum Bestandsmanagement, die die Lagerbestände an mehreren Standorten innerhalb einer Supply Chain optimiert. Im Gegensatz zur traditionellen Bestandsplanung, die sich auf einzelne Standorte konzentriert (auch Single-Echelon genannt), berücksichtigt MEIO das gesamte Netzwerk und stellt sicher, dass der Bestand zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar ist.
Im Wesentlichen zielt MEIO darauf ab, den Bestand im gesamten Supply-Chain-Netzwerk zu optimieren, anstatt sich auf einzelne Standorte zu konzentrieren. Die Hauptziele sind:
- Reduzierung von Überbeständen: Vermeidung von Überbeständen an mehreren Standorten.
- Minimierung von Stockouts: Sicherstellung der Produktverfügbarkeit überall dort, wo Nachfrage besteht.
- Verbesserung der Sichtbarkeit: Verbesserung der Transparenz der Supply Chain durch Echtzeitdaten.
- Kostenoptimierung: Reduzierung der Lager- und Logistikkosten bei gleichbleibendem Serviceniveau.
Unterschiede zwischen MEIO (Multi-Echelon Inventory Optimisation) und IO (Inventory Optimisation)
Im Gegensatz zur klassischen Bestandsoptimierung (IO), die jeden Standort einzeln betrachtet, sieht sich die MEIO die ganze Supply Chain an. Die wichtigsten Unterschiede finden Sie in der folgenden Grafik:
Auf dem Handy horizontal wischen, um die gesamte Tabelle zu sehen.
Zusammengefasst kann man sagen, dass MEIO einen besser vernetzten, effizienteren und widerstandsfähigeren Ansatz für die Bestandsverwaltung bietet als herkömmliche IO-Systeme. Daher eignet sich dieses System ideal für komplexe Supply Chains mit mehreren Standorten.
Was sind die Vorteile von MEIO?
Der Einsatz von Multi-Echelon Bestandsoptimierung (MEIO) kann Ihrer gesamten Supply Chain erhebliche Vorteile bringen. Durch die smarte Verwaltung von Lagerbeständen über verschiedenen Standorten und Kanäle hinweg können Unternehmen Überbestände abbauen und Lagerkosten senken. Außerdem können Unternehmen sicherstellen, dass Produkte jederzeit und überall verfügbar sind, wo sie benötigt werden.
Verbesserung der Lieferketteneffizienz
Durch eine ausgewogene Bestandsverteilung über mehrere Standorte hinweg, können Unternehmen ihre Prozesse effizienter gestalten und Verschwendung reduzieren.
Verbesserte Absatzprognosen
Mit einem genaueren Überblick über die Nachfrage können Unternehmen Produktion und Vertrieb besser aufeinander abstimmen.
Reduzierte Kosten und verbesserte Gewinnmargen
Durch die Minimierung von Überbeständen und die Vermeidung von Engpässen sinken die Transportkosten und die Rentabilität steigt.
Zunehmend Kundenzufriedenheit
Die Sicherstellung der Produktverfügbarkeit über alle Kanäle hinweg verbessert das Kundenerlebnis und die Markentreue.
So funktioniert MEIO
Heutzutage haben sich Supply Chains von einfachen seriellen Netzwerken zu Multi-Channel-Netzwerken entwickelt (siehe Abbildung). In einem seriellen Netzwerk versendet ein Standort Produkte nur an die nächste Stufe in der Kette. In einem Multi-Channel-Netzwerk hingegen können Produkte von einem einzigen Standort aus gleichzeitig an mehrere Stufen verteilt werden. Mit zunehmender Kanalanzahl wächst die Komplexität innerhalb der Supply Chain exponentiell.
Moderne Supply Chain laufen eher in Multi-Channel-Umgebungen als in den klassischen seriellen Netzwerken. Um den Lagerbestand effektiv zu optimieren, braucht MEIO Echtzeitdaten zu:
- Nachfragemustern
- Lagerbeständen
- Lieferzeiten
- Nachschubbedarf
- Point-of-Sale-Daten (POS)
Um Bestände in einer ganzen Multi-Channel-Umgebung zu optimieren, ist Transparenz das A und O! Im Idealfall wären alle wichtigen Informationen der Supply Chain jederzeit für alle Beteiligten im Netzwerk verfügbar. Damit der Warenfluss reibungslos funktioniert, müssen viele Informationen zwischen den verschiedenen Standorten ausgetauscht werden, z.B.: Bestellungen, Absatzprognosen, Lagerbestände und Lieferzeiten. Wie gut diese Infos zugänglich sind, nennt man „Visibility“ beziehungsweise Transparenz. Je höher die Transparenz im gesamten Netzwerk, desto präziser lassen sich Prognosen erstellen und optimale Bestellmengen berechnen.
Häufige Herausforderungen bei der Implementierung von MEIO
Die Implementierung von Multi-Echelon Inventory Optimisation (MEIO) bietet deutliche Vorteile, bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Unternehmen stehen bei der Einführung von MEIO oft vor mehreren Herausforderungen, die von der technischen Integration bis zur Akzeptanz durch die Mitarbeiter reichen. Wenn man diese Herausforderungen im Voraus versteht, kann man sich besser vorbereiten und einen reibungslosen Implementierungsprozess sicherstellen.
Datengenauigkeit und Datenmanagement
Damit MEIO gut funktioniert, müssen die Daten, auf denen es basiert, genau und aktuell sein. Wenn die Bestandsdaten nicht stimmen, Updates zu spät kommen oder Fehler in den Nachfragedaten sind, kann das schnell zu Überbeständen, Fehlbeständen oder falschen Zuweisungen führen. Unternehmen müssen Zeit investieren, um gute Datenmanagement-Praktiken aufzubauen, wie regelmäßige Audits und Echtzeit-Updates an allen Standorten, damit MEIO die zuverlässigen Informationen bekommt, die es braucht, um die Bestandsentscheidungen zu optimieren.
Integration in bestehende Systeme
Viele Unternehmen nutzen alte ERP- oder Lagerverwaltungssysteme, die nicht für die Optimierung mehrstufiger Prozesse ausgelegt sind. Die Anbindung von MEIO-Tools an diese bestehenden Systeme kann schwierig sein und erfordert sorgfältige Planung und technische Anpassungen. Um Betriebsstörungen zu vermeiden und das Potenzial einer netzwerkweiten Bestandsstrategie voll auszuschöpfen, ist es wichtig, dass die Daten zwischen der MEIO-Software und den älteren Systemen reibungslos fließen.
Koordination der Lieferanten
Ein gut funktionierendes MEIO-System hängt von zuverlässigen Informationen des Lieferanten ab. Pünktliche Lieferungen und genaue Updates zur Lagerverfügbarkeit sind extrem wichtig, um einen ausgeglichenen Lagerbestand im ganzen Netzwerk zu halten. Die Koordination mehrerer Lieferanten mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Systemen und Lieferzeiten kann komplex sein. Stabile Kommunikationswege und gemeinsame Planungsprozesse sorgen dafür, dass die Lieferanten mit die Optimierungsziele des Unternehmens unterstützen.
Mitarbeiterschulung und Akzeptanz
Die Einführung von MEIO bedeutet oft, dass man alte Arbeitsabläufe ändert und eine neue Software einführt. Ohne die richtige Schulung können die Mitarbeiter Probleme haben, sich an neue Prozesse zu gewöhnen oder das System falsch nutzen, was den Optimierungseffekt beeinträchtigen kann. Mit klaren Anweisungen, praktischen Schulungen und laufender Unterstützung können sich die Teams schneller anpassen und stellt sicher, dass MEIO die gewünschten Effizienzsteigerungen bringt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Implementierung von MEIO zwar eine Herausforderung sein kann, aber die sorgfältige Beachtung der Datenqualität, Systemintegration, Bereitschaft der Mitarbeiter und der Zusammenarbeit mit Lieferanten die Grundlage für eine erfolgreiche, effiziente und robuste mehrstufige Bestandsstrategie bildet.
Drei MEIO-Szenarien
Um die Auswirkungen unterschiedlicher Netzwerkstrukturen auf die Bestandsplanung zu analysieren, werden im folgenden Abschnitt drei MEIO-Szenarien betrachtet.
Szenario 1: Single Echelon Network Planung
In diesem ersten Szenario gehen wir von einem traditionellen, seriellen Netzwerk aus. Informationen über Lieferzeiten und Lagerbestände liegen ausschließlich auf zentraler Ebene vor. Die Bestandsplanung erfolgt allein auf Basis der historischen Nachfrage des Zentrallagers.
Bei der Prognose werden somit nur die unabhängigen Bedarfsdaten dieses zentralen Lagers berücksichtigt. Informationen aus anderen Standorten oder Ebenen fließen nicht ein, wodurch ein Unternehmen dem Bullwhip-Effekt ausgesetzt sein kann.
Szenario 2: Distributionsplanung (DRP)
Im zweiten Szenario gehen wir davon aus, dass auch Informationen über Nachschubbedarf und Lieferzeiten der nachgelagerten Kanäle verfügbar sind. Entscheidungen basieren auf der historischen Nachfrage UND dem Nachschubbedarf der nachgelagerten Kanäle.
Kommunikation spielt in diesem Szenario eine wichtige Rolle denn, der Austausch von Informationen innerhalb des Netzwerks kann den Bullwhip-Effekt drastisch reduzieren. Im Gegensatz zum ersten Szenario kann die Prognose verbessert werden, indem der Nachschubbedarf der zugrunde liegenden Standorte und Kanäle berücksichtigt wird. Diese Planungsart wird auch als Distribution-Requirements-Planning (DRP) bezeichnet. Für eine genaue Prognose ist es wichtig, dass die Informationen aus den unteren Ebenen aktuell und zuverlässig sind. Dieses Szenario kann bessere Ergebnisse liefern als das erste, ist jedoch komplexer und bietet immer noch keinen vollständigen Einblick in die tatsächliche Kundennachfrage.
Szenario 3: Integriertes mehrstufiges Netzwerk
Im dritten Szenario gehen wir von vollständiger Transparenz auf allen Ebenen des Netzwerks hinweg aus, einschließlich der Nachfrage auf Verbraucherebene. Des Weiteren basiert die Bestandsplanung in diesem Szenario auf POS-Daten (Point of Sales). Mit diesen Daten kann ein optimaler Bestands- und Nachschubplan sowohl für die Zentrale als auch für die lokalen Niederlassungen berechnet werden. Auf diese Weise lassen sich Unsicherheiten in der Planung, die Überbeständen verursachen, minimieren.
Dieses Modell erfordert eine umfassende Datenverfügbarkeit, den Einsatz fortschrittlicher Planungstools und mathematischer Algorithmen. Auch sind für die effektive Umsetzung und Verwaltung Fachkenntnisse erforderlich.
Die passende MEIO-Strategie auswählen
Unternehmen sollten sorgfältig überlegen, bevor sie sich für ein Szenario entscheiden. Das fortschrittlichste Szenario liefert nicht unbedingt die besten Ergebnisse. Es ist wichtig, dass die Netzwerkmerkmale (wie Anzahl der Niederlassungen, interne Lieferzeiten, Unregelmäßigkeiten in der Nachfrage), die verfügbaren Informationen und die Optimierungsziele miteinander im Einklang stehen.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Kriterien für die Auswahl des richtigen Szenarios.
Auf dem Handy horizontal wischen, um die gesamte Tabelle zu sehen.
Fazit
Die Multi-Echelon Inventory Optimisation (MEIO) ist eine leistungsstarke Strategie für Unternehmen, die in komplexen Supply Chains tätig sind. Durch die Wahl des richtigen Ansatzes, den Einsatz von Technologie und die Verbesserung der Transparenz können Unternehmen Kosten senken, die Effizienz steigern und die Kundenzufriedenheit erhöhen.





