Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis- Breaking Bulk: Ein KPI zur Wertemessung generiert durch die Lieferkette
- Was ist „Breaking Bulk“?
- Wie wird Breaking Bulk berechnet?
- Breaking Bulk des Sortiments und Wertschöpfung
- Wie Breaking Bulk in unterschiedlichen Branchen funktioniert
- Fazit: Breaking Bulk, eine wichtige Kennzahl für Sortimentsentscheidungen
Überblick
Breaking Bulk bezeichnet die Ladungsaufteilung bzw. das Aufbrechen von Großmengen in kleinere Verbrauchereinheiten, gemessen am Verhältnis der ausgehenden zu den eingehenden Auftragspositionen (ein wichtiger KPI). Ein höheres Verhältnis deutet auf eine bessere Wertschöpfung und kommerzielle Chancen hin, jedoch hängt das ideale Niveau von der Branche ab (z. B. niedrig für Rohstoffe, hoch für den E-Commerce).
Lassen Sie uns in dieses Thema mit einem verständlichen Beispiel starten. Sie gehen in den Supermarkt, um Reis und noch ein paar andere Dinge zu kaufen. Nachdem Sie sich etwas umgeschaut haben, bleiben Sie vor dem Reisregal stehen und schauen sich die Auswahl von oben bis unten an: Langkornreis, Naturreis, Rundkornreis oder Basmati-Reis … Schließlich entscheiden Sie sich für den Naturreis und legen diesen in Ihren Einkaufswagen. Was das in ihrem Korb liegende Produkt für eine Reise schon hinter sich hat, können Sie in diesem Moment nicht sehen. Denn bevor die Reispackung in Ihrem Einkaufskorb landet, hat sie schon eine gesamte Supply Chain hinter sich, vom Feld, auf dem der Reis angebaut wurde, bis zum Supermarktregal. An diesem Prozess waren verschiedene Akteure beteiligt: der Produzent, Großhändler und Einzelhändler … Aber wie schaffen es all diese Unternehmen, mit demselben Produkt eine Gewinnspanne zu erzielen?
Nun, die Tatsache, dass verschiedene Glieder der Supply Chain mit dem Kauf und Verkauf desselben Produkts Geld verdienen können, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sie große Mengen eines Produkts einkaufen und in kleineren Einheiten weiterverkaufen können.
Was ist „Breaking Bulk“?
Im Supply-Chain-Kontext versteht man unter „Breaking Bulk” den Prozess, größere Ladungen in kleinere Einheiten aufzuteilen, damit das Produkt in einem für den Verbraucher zugänglichen Format und mit Mehrwert verfügbar wird. Wenn man sich das besprochene Beispiel nochmals anschaut, heißt dies: Ohne diesen Prozess würde Reis weiterhin in Schwerlastsäcken zirkulieren, was es für den Endkunden sehr schwierig machen würde, eine angemessene Menge nach Hause zu transportieren.
Darüber hinaus ist Breaking Bulk nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit. Sondern es ist auch ein strategisches Mittel für Unternehmen, die an der Supply Chain beteiligt sind, da es ihnen ermöglicht, ihr Angebot auf die Bedürfnisse verschiedener Marktsegmente zuzuschneiden. Dieselbe Reischarge kann in verschiedene Verpackungsgrößen umgewandelt werden, von Familienpackungen bis hin zu Einzelverpackungen, wodurch die Rentabilität des Produkts maximiert und mehr Absatzmöglichkeiten im gesamten Vertriebsnetz geschaffen werden.
Wie wird Breaking Bulk berechnet?
Breaking Bulk wird anhand einer sehr einfachen Kennzahl berechnet: die Anzahl der ausgehenden geteilt durch die Anzahl der eingehenden Auftragspositionen. Je höher dieser Wert ist, desto effizienter verläuft der Prozess im Prinzip. Breaking Bulk zeigt, in welchem Umfang ein Unternehmen in der Lage ist, größere Lieferungen in kleinere, kundenfertige Bestellungen umzuwandeln.
Bleiben wir bei dem Reis-Beispiel. Stellen Sie sich vor, ein Händler erhält 100 Paletten mit Reissäcken. Aus diesen Säcken teilt der Händler die Ware auf und verkauft insgesamt 1.000 Kartons mit 1-kg-Reispackungen an verschiedene Einzelhandelskunden. In diesem Fall wäre das Breaking-Bulk-Verhältnis 10. Dieses Verhältnis zeigt direkt, wie gut die Lieferkette in der Lage ist, Mehrwert zu schaffen, indem aus einer einzelnen Ausgangscharge zahlreiche verkaufsfähige Einheiten für verschiedene Kunden entstehen.
Diese Kennzahl ist nützlich, weil sie den operativen Bereich mit dem wirtschaftlichen verbindet. Ein hoher Breaking Bulk bedeutet, dass die gekauften Bestände in mehr Einzelmengen umgewandelt werden, was einen höheren Lagerumschlag und möglicherweise höhere Margen bedeutet. Umgekehrt kann ein niedriger Wert ein Zeichen für Ineffizienz sein: Vielleicht sind die Einkaufsvolumina unzureichend oder die Möglichkeit, die Ladung entsprechend der tatsächlichen Nachfrage aufzuteilen, wird nicht genutzt.
Breaking Bulk des Sortiments und Wertschöpfung
Die Analyse des aggregierten Breaking Bulk eines gesamten Sortiments zeigt, wie ein Unternehmen über sein Produktportfolio hinweg einen bestimmten Wert generiert. Um aussagekräftige Erkenntnisse zu gewinnen, werden die Ergebnisse meist in Bereiche eingeteilt.
Unsere Software Slim4 arbeitet regulär mit folgenden Bereichen:
- Hoher Bereich (≥25): Jede Eingabsposition wird zu 25 oder mehr Ausgangspositionen.
- Mittlerer Bereich (10–25): mäßiger Grad der Aufteilung.
- Niedriger Bereich (1–10): begrenzter Breaking Bulk.
Diese Klassifizierung ist entscheidend, da sie zeigt, wo das eigentliche Hebelpotenzial für die Rentabilität liegt: Auf der einen Seite erhöhen Produkte mit hohem Breaking Bulk nicht nur die Transaktionen, sondern machen auch die Logistik profitabler, optimieren die Handhabung und bieten dem Markt zugänglichere und attraktivere Formate. Auf der anderen Seite brauchen die Produkte im niedrigen Bereich eine genauere Analyse, da sie möglicherweise Ressourcen binden, ohne im gleichen Maß zur Marge des Unternehmens beizutragen.
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Wie Breaking Bulk in unterschiedlichen Branchen funktioniert
Der Wert des Breaking Bulks variiert je nach Art des Produkts und Beschaffenheit des Marktes stark. Nicht jedes Unternehmen braucht oder profitiert von sehr hohen Breaking Bulk Quoten. Während in einigen Branchen die Fraktionierung nur wenig Mehrwert bringt und die Betriebskosten erhöht, ist es in anderen Branchen genau das, was es ihnen ermöglicht, wettbewerbsfähig zu sein und schnell auf die Nachfrage zu reagieren. Schauen wir uns an, wie sich dieser KPI in verschiedenen Produktions- und Handelskontexten verhält, vom niedrigsten bis zum höchsten Fraktionierungsgrad.
Industrie- und Rohstoffsektor: geringe Breaking Bulk
In Branchen wie der Metallurgie, der Chemie und dem Rohstoffsektor ist die Fraktionierung in der Regel sehr gering, sogar nahe 1. In diesen Sektoren werden Produkte in großen Mengen vermarktet – Stahl Coils, Ölfässer, Düngemittelsäcke – und ihre Fraktionierung vor dem Erreichen des Kunden ist in der Regel minimal. Zusätzliche Handhabungsschritte bringen wenig Mehrwert und erhöhen in vielen Fällen die Kosten oder beeinträchtigen die Produktsicherheit. Daher liegt der Fokus für die Erreichung operativer Exzellenz eher auf der Steigerung der Transporteffizienz als auf der Fraktionierung.
Massenkonsum und Lebensmittelvertrieb: mittlere Breaking Bulk
Der Massenkonsumsektor, vor allem bei Lebensmitteln und Getränken, hat mittlere Quoten. Hier gibt es einen erheblichen Aufteilungsprozess: Hersteller verkaufen in großen Mengeneinheiten an Händler, die diese dann in kleineren Einheiten an Supermärkte und Geschäfte verteilen.
Großer E-Commerce: hohe Breaking Bulk
Ein Beispiel für Unternehmen mit sehr hohem Fraktionierungsvolumen sind große E-Commerce-Portale. In diesen Umgebungen wird eine einzige Eingangslieferung in Hunderte oder Tausende von einzelnen Ausgangslieferungen umgewandelt. Man denke zum Beispiel an Unternehmen, die Container mit dem gleichen Produkt kaufen und diese dann über das Internet an den Endkunden verkaufen. Das Entscheidende hierbei ist die logistische Fähigkeit, schnell und genau zu fraktionieren, da der Wert weniger im Produkt als vielmehr in der Agilität und Verfügbarkeit liegt.
Fazit: Breaking Bulk, eine wichtige Kennzahl für Sortimentsentscheidungen
Breaking Bulk ist nicht nur eine operative Kennzahl, sondern auch ein strategischer Indikator für das Sortimentsmanagement. Wenn man das Verhältnis zwischen Input- und Output-Linien misst, sieht man, wie viel Wert ein Produkt schafft, wenn es aufgeteilt und in verschiedenen Formaten verkauft wird.
Durch Breaking Bulk können Supply-Chain- und Einkaufsteams bessere und fundierte Entscheidungen treffen: Sie können das Servicelevel nach Produktfamilien anpassen und vor allem den Produkten Vorrang einräumen, die den größten Mehrwert bieten.







