Lagerumschlagshäufigkeit - Slimstock DE

Lagerumschlagshäufigkeit

1. Was ist die Lagerumschlagshäufigkeit?

Die Lagerumschlagshäufigkeit (LU), auch kurz Umschlagshäufigkeit genannt, ist eine logistische und betriebswirtschaftliche Kennzahl, die angibt, wie oft sich das Lagermaterial innerhalb einer bestimmten Zeitperiode, in den meisten Fällen ein Jahr, umschlägt. Der Begriff Umschlag bezeichnet dabei den Prozess des Be- und Entladens eines Lagers. Die Umschlagshäufigkeit gibt somit an, wie oft ein durchschnittlicher Lagerbestand eines Produkts, einer Produktgruppe oder des gesamten Lagers verkauft bzw. verbraucht wurde und durch Neueinlagerung ersetzt wurde. Die Umschlagshäufigkeit kann also für die gesamte Lagerwirtschaft eines Unternehmens berechnet werden sowie für ausgewählte Teile des Lagers. Das Pendant dieser Kennzahl ist die Lagerreichweite. Diese gibt an, wie lange der Lagerbestand bei normalem und durchschnittlichem Verbrauch hält.

2. Bedeutung und Auswirkungen einer hohen sowie niedrigen Lagerumschlagshäufigkeit

Die Lagerumschlagshäufigkeit setzt den Materialverbrauch mit dem Lagerbestand in Verbindung. Für den Großteil der Unternehmen stellt die Umschlagshäufigkeit eine wichtige Kennzahl im Bestandsmanagement dar, da sie Aufschluss über die Dauer der Kapitalbindung gibt. Vor allem für Unternehmen mit einer vorratsintensiven Produktion stellt die Umschlagshäufigkeit deshalb eine wichtige Kennzahl dar. Wird sie regelmäßig überwacht und sogar optimiert, wirkt sich dies positiv auf den Jahresumsatz eines Unternehmens aus.

Ein häufiger Umschlag des Lagers reduziert gebundenes Kapital, verkürzt die Lagerdauer und hält damit auch die Lagerkosten gering. Je höher die Lagerumschlagshäufigkeit, desto höher die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität eines Unternehmens. Die Häufigkeit des Lagerumschlags wirkt sich auch auf das Lagerrisiko aus. Ein hoher und regelmäßiger Umschlag wirkt der Gefahr, dass Lagerbestände während der Lagerhaltung beeinträchtigt werden oder im Wert verlieren, entgegen. Indem die Lagerbestände aufgebraucht werden, wird zudem Platz für neue Waren und Artikel geschaffen. Auch kann dadurch das Sortiment neu organisiert werden.

Eine niedrige Umschlagshäufigkeit im Lager wirkt sich hingegen negativ auf ein Unternehmen aus. So führt diese zu einer erhöhten Kapitalbildung sowie steigenden Lagerkosten. Das eigene Kapital ist gebunden und steht nicht für weitere Investitionen zur Verfügung.

Das Ziel eines jeden Unternehmens sollte es deshalb sein, eine möglichst hohe Umschlagshäufigkeit anzustreben und einen Prozess der dauerhaften Erneuerung des Lagermaterials aufzubauen.

3. Wie hoch sollte die Lagerumschlagshäufigkeit sein?

Da die Kennzahl stark branchenabhängig ist, ist die Frage, wie hoch die Lagerumschlagshäufigkeit sein sollte, pauschal nicht zu beantworten. Im Branchenvergleich zeigt sich, dass jede Branche ihren eigenen Maßstab setzt. So weist der Lebensmittel-Einzelhandel eine vielfach höhere Lagerumschlagshäufigkeit auf als zum Beispiel Unternehmen aus der Automobilbranche oder dem Flugzeugbau. Auf jeden Fall sollte jedoch branchenintern verglichen werden.

4. Berechnung und Formel

Wer die Umschlagshäufigkeit berechnen möchte, braucht Einsichten über zwei weitere Kennzahlen: Die Lagerabgänge bzw. den Verbrauch sowie den durchschnittlichen Lagerbestand. Indem die Lagerabgänge einer Zeitperiode durch den durchschnittlichen Lagerbestand geteilt werden, ergibt sich der gesuchte Wert. Die Formel zur Berechnung sieht wie folgt aus:

Formel Lagerumschlagshäufigkeit

Wenn die betrachtete Zeitperiode einem Jahr entspricht, so kann die Lagerumschlagshäufigkeit auch mit Hilfe der durchschnittlichen Lagerdauer ermittelt werden. Die Formel zur Berechnung sieht wie folgt aus:

Formel Lagerumschlagshäufigkeit

5. Wie kann man die Lagerumschlagshäufigkeit erhöhen?

Um die Kapitalbindung und Lagerkosten zu senken und dem Lagerrisiko entgegenzuwirken, möchten viele Unternehmen die Umschlagshäufigkeit im Lager erhöhen. Bevor jedoch ausgewählte Maßnahmen in Erwägung gezogen werden können, muss klar sein, dass es keinen Sinn macht, diese Kennzahl nur pauschal für das gesamte Lager zu betrachten. Hier gilt es, die einzelnen Produkte, Produktgruppen bzw. ausgewählten Teile des Lagers einzeln zu überprüfen. Vor allem A-Artikel sollten fokussiert betrachtet werden, da deren Optimierung die größte Auswirkung hat. Ist dies bewusst, bieten sich folgende Maßnahmen an, um die Lagerumschlagshäufigkeit zu erhöhen:

  • Aussortieren von performanceschwachen Artikeln/Langsamdrehern
  • Optimierung des Sortiments hinsichtlich der Attraktivität, um Abverkäufe zu steigern
  • Reduzierung des Mindestbestands/Sicherheitsbestands
  • Eliminierung von Totzeiten
  • Wiederbeschaffungszeit verkürzen durch neue Lieferanten mit kürzeren Lieferzeiten
  • Just-in-time-Belieferung
  • Lagerbestände in regelmäßigen Abständen überprüfen
  • Eine Bestandsoptimierungs-Software nutzen, die die Leistungskennzahlen überwacht und automatisch Vorschläge für Verkaufsaktionen und Prognosen anhand von Echtzeitdaten liefert (siehe Slim4)

Wenngleich die Vorteile einer hohen Umschlagshäufigkeit überwiegen, sollten nicht alle Lagerhüter zwangsläufig aus dem Lager verbannt werden. In ausgewählten Fällen kann es Sinn machen, diese auch weiterhin im Lager zu führen. So sollte zum Beispiel für seltene und schwierig zu beschaffende Waren oder Artikeln ein Lagerplatz gewährleistet sein. Dasselbe gilt für wichtige Ersatzteile, die die gesamte Produktion lahmlegen könnten und dadurch die Fehlmengenkosten erhöhen. Auch kann es sinnvoll sein, Langsamdreher weiterhin zu führen, wenn diese ein Wertsteigerungspotential aufweisen oder abzusehen ist, dass diesem Artikel eine Preiserhöhung bevorsteht. Eine Betrachtung der Umschlagshäufigkeit ist für diese Teile des Lagers dann nicht sinnvoll.

6. Fundierte und strategische Bestandsentscheidungen auf Basis transparenter Leistungskennzahlen

Um fundierte und strategische Entscheidungen treffen zu können, benötigt es verlässliche Reportings und eine ständige Überwachung der aktuellen Leistungskennzahlen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die täglichen Prozesse und Entscheidungen zu den gesamtbetrieblichen Zielen beisteuern. Slimstock’s Bestandsoptimierungs-Software Slim4 wurde als Unterstützung für Unternehmen entwickelt und produziert, damit diese ihre Supply Chain-Ziele aufgrund der Transparenz der Leistungskennzahlen umsetzen können. Slim4 bietet zuverlässige Reports und Simulationen und liefert Einsicht in alle wichtigen Leistungskennzahlen, darunter auch der Warenumschlag. Mit Hilfe dieser aktuellen Datenreportings erhalten Bestandsplaner zu jeder Zeit einen Einblick in die aktuelle Bestandssituation und können umgehende Maßnahmen ergreifen, um die Unternehmensziele zu erreichen. ABC-, EOQ- und MOQ-Analysen liefern zusätzlich aktuelle Daten, damit Sie die Qualität Ihrer Lagerhaltung verbessern können.

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