Wie können Einzelhändler ihre Lebensmittelabfälle reduzieren?

Um eine effektive Abfallreduzierung zu erzielen, müssen Unternehmen der gesamten Lebensmittelindustrie die Art und Weise überdenken, wie sie mit frischen Produkten innerhalb ihrer Lieferkette umgehen. Doch welche Schritte können Einzelhändler unternehmen, um diese Hürde zu meistern? Hier finden Sie unsere 3 wichtigsten Tipps:

1. Halten Sie mit der Nachfrage Schritt

Im Lebensmitteleinzelhandel kann die Nachfrage von Tag zu Tag stark schwanken. Trotzdem müssen viele Unternehmen ihre Bedarfsentscheidungen auf wöchentliche oder sogar monatliche Prognosen stützen. Zwar können solche Daten zur Berechnung der durchschnittlichen täglichen Nachfrage herangezogen werden, doch angesichts des Ausmaßes, in dem sich die Nachfrage je nach Wochentag ändern kann, reicht dies eindeutig nicht aus, um die Lagerbestände an die Nachfrage anzupassen.

Nehmen wir zum Beispiel ein typisches Nachfragemuster für frisches Brot: In den ersten Tagen der Woche ist die Nachfrage deutlich niedriger als vergleichsweise zum Ende der Woche, da sich dann alle bereits für die kommende Woche eindecken. Wenn Sie eine Wochenprognose nehmen und daraus einen Tagesdurchschnitt errechnen, ist klar, dass Sie zu Beginn der Woche einen Überschuss hätten, während Ihnen in den verkaufsstärkeren Tagen gegen Ende der Woche wahrscheinlich die Bestände ausgehen würden. Da frisches Brot zudem nur wenige Tage haltbar ist, besteht überall dort, wo ein Lagerüberschuss besteht, ein hohes Abfallrisiko.

Um Abfall und Verschwendung zu minimieren, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Einzelhändler über ein robustes tägliches Planungssystem verfügen, das vollständige Transparenz bietet. Erst wenn Einzelhändlern diese Daten vorliegen, können sie damit beginnen, ihre Bestellprozesse zu optimieren, um sicherzustellen, dass der richtige Bestand zur richtigen Zeit verfügbar ist.

2. Bestellmengen: Maximieren Sie die Haltbarkeit

Wenn es um Bestellmengen geht, stehen Einzelhändler vor der großen Herausforderung, genau festzulegen, wie viel Lagerbestand zu bestellen ist und wann er bestellt werden soll. Zwar können herkömmliche Formeln zur Berechnung der Bestellmenge angewendet werden, doch ohne Berücksichtigung der Haltbarkeit eines Artikels ist es unwahrscheinlich, dass dies die kostengünstigste Bestellmenge hervorhebt. Selbst wenn es zum Beispiel theoretisch billiger ist, für einen frischen Artikel einen Lagerbestand von zwei Wochen zu bestellen, bedeutet dies, dass bei einer Haltbarkeit von nur wenigen Tagen ein Großteil der Bestellung verschwendet wird. Infolgedessen könnte es tatsächlich vorteilhafter sein, kleinere Bestellungen aufzugeben, auch wenn dies häufig zu höheren Bearbeitungskosten führt.

Um die wahre wirtschaftliche Bestellmenge zu ermitteln, ist es wichtig, dass Einzelhändler über Instrumente verfügen, die ihnen helfen, die richtigen Bestellentscheidungen unter Berücksichtigung  der anfallenden Kosten der Artikel inkl. Handlingkosten und natürlich der Haltbarkeit des Produkts zu treffen.

3. Auswahl des besten Lagerstandortes entlang der Lieferkette

Während sichergestellt wird, dass die Bestell- und Auffüllprozesse gut optimiert sind, ist es auch wichtig, dass der Bestand an den einzelnen Etappen der Lieferkette in der richtigen Menge verfügbar ist. Angesichts der Tatsache, dass Frischeartikel nur eine begrenzte Haltbarkeitsdauer haben, kann die Lagerung von Artikeln an den falschen Standorten zu entgangenen Verkäufen aufgrund mangelnder Verfügbarkeit, aber auch zu Abfällen als Folge einer unangemessenen Lagerhaltung innerhalb der Lieferkette führen.

Für schnelldrehende, Frischeartikel bietet es sich an, diese Artikel so nah wie möglich am Kunden zu lagern, um zu verhindern, dass sie vergriffen sind, und um sicherzustellen, dass ein möglichst großer Teil des Lagerbestands vor dem Verfallsdatum verkauft wird. Um eine gleichbleibend hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten, kann es sich lohnen, sowohl im Geschäft als auch in den Lagern einen gewissen Pufferbestand zu halten.

Bei langsam drehenden Frischeartikeln, bei denen die Nachfrage schwankender ist, kann es jedoch sinnvoller sein, sehr niedrige Lagerbestände auf Ladenebene zu halten. Durch die zentrale Lagerhaltung sollte das Unternehmen besser in der Lage sein, auf die Nachfrage zu reagieren, wo immer sie auftritt, ohne riskieren zu müssen, hohen Abfallmengen ausgesetzt zu sein.

Zeit für einen neuen Ansatz

Abfall stellt Einzelhändler vor eine echte Herausforderung. Auf der einen Seite erwarten Verbraucher ein hohes Maß an Verfügbarkeit, auf der anderen Seite werden Einzelhändler zunehmend daraufhin überprüft, ob sie übermäßig viel Abfall produzieren. Um Abfall zu vermeiden, müssen Einzelhändler proaktiv handeln und geeignete Maßnahmen ergreifen, um ineffiziente Prozesse zu verbessern.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um Lebensmittelabfälle in Ihrem Unternehmen zu vermeiden bzw. zu verringern?

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