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Bei welchen Artikeln ist mein Geld in Sicherheitsbeständen sinnvoll angelegt?

Slimstock hat seine Kunden dazu aufgerufen, Fragen rund um das Thema Bestandsmanagement zu stellen. Lothar Reineke, CEO von der gb Meesenburg OHG, stellte in diesem Zusammenhang folgende Frage: „Bei welchen Artikeln ist mein Geld in Sicherheitsbeständen sinnvoll angelegt?“

Es kann immer etwas Unvorhergesehenes geschehen. Kunden kaufen nie so, wie man es von ihnen erwartet. Manche kaufen mehr, manche weniger, manche wechseln sogar die Produkte, manchmal kommen neue Kunden hinzu. So geht jede Prognose mit einer Ungewissheit einher. Um damit umgehen zu können, benötigt man Sicherheitsbestände. Würde es die Ungewissheit über das Kaufverhalten der Kunden nicht geben, wären Sicherheitsbestände reine Verschwendung. Aber wie hoch sollten diese Sicherheitsbestände sein?

Um Sicherheitsbestände kalkulieren zu können, muss man wissen, welcher Servicelevel angestrebt wird: Bis zu welchem Maß möchten Sie die Schwankungen der Nachfrage abdecken? Vielleicht zu 96 Prozent? Oder sogar zu 98 Prozent? Es ist zu bedenken, dass ein hoher Servicelevel zu hohen Sicherheitsbeständen führt. Aus der Perspektive der Verkaufsabteilung wäre ein Servicelevel von 99,9 Prozent erstrebenswert. Doch könnte niemand das Geld aufwenden, um dieses Ziel für die gesamte Produktpalette zu realisieren. Hier liegt die Lösung in der Segmentierung. Bei einigen  Artikeln ist ein hoher Sicherheitsbestand genau das, was das Unternehmen benötigt. Bei anderen Artikeln ist ein geringer oder gar kein Sicherheitsbestand die richtige Entscheidung.

Schaut man sich an, warum oft zu hohe Sicherheitsbestände gehalten werden, wird deutlich, dass nicht nur der Servicelevel wichtig ist. Besonders großen Einfluss auf den Sicherheitsbestand haben die Schwankungen, die durch die Abweichungen der historischen Nachfrage gemessen werden können. Bei teuren Produkten haben die Sicherheitsbestände naturgemäß einen hohen Wert, wohingegen man sich bei günstigen Artikeln hohe Sicherheitsbestände leisten kann, da sie fast schon kostenlos sind. Lange Lieferzeiten und somit längere Reaktionszeiten führen ebenfalls zu  hohen Sicherheitsbeständen.

Zusammenfassend sind also zwei Aspekte zu berücksichtigen:

  • Wie wichtig ist ein hoher Servicelevel?
  • Was ist der Preis für ein einen hohen Sicherheitsbestand?


HERANGEHENSWEISE

Um das in der Praxis anzuwenden, hat es sich bewährt, Klassen zu bilden. Am ehesten ist die Wichtigkeit des hohen Servicelevels in der ABC-Analyse abgebildet. A-Artikel sollten solche Produkte sein, die nie in Lieferschwierigkeiten kommen. Es gilt immer zu entscheiden, welche Kennzahlen in der ABC-Analyse genutzt werden sollen. Es gibt zwei wesentliche Herangehensweisen dafür: Eine ist es, die Margen oder den Profit eines Artikels zu betrachten. Oft wird stattdessen der Umsatz herangezogen, da dieser Wert leichter zu beschaffen ist. Die andere Herangehensweise ist, nicht auf das Geld zu achten, sondern auf die Kundenzufriedenheit. Hier werden oft die Auftragspositionen oder Transaktionen betrachtet. Um mit den Kosten für Sicherheitsbestände umgehen zu können, ist es praktisch, die Slim4-Verbrauchsklassen zu nutzen. Ein anderer Weg ist die XYZ-Klassifizierung über die Standardabweichungen der Bedarfe oder die Anzahl der Transaktionen. Haben Sie einmal die Klassifizierungen gebildet, können Sie eine Matrix aufsetzen, in der Sie den Artikeln verschiedenen Servicelevels zuordnen.


Hier ein Beispiel:

X Y Z
A 99% 97% 95%
B 97% 96% 90%
C 95% 90% 85%

 

Bei besonderen Artikeln wie beispielsweise „Super A“, „Never-Out-Of-Stock“, sehr teuren oder strategisch sehr wichtigen Artikeln können Sie den Servicelevel nach Bedarf um ein Prozent nach oben oder unten anpassen. Sobald Sie einmal Ihre Produkte klassifiziert und die Matrix aufgesetzt haben, können Sie die in Slim4 vorhandenen „Was wenn“- Szenarien durchspielen, um zu erfahren, wie hoch Ihre Investition in den Sicherheitsbestand einer Gruppe sein wird. Passen Sie jede Gruppe so lange an, bis Sie die beste Kombination aus Ihrer Gesamtinvestition und dem angestrebten Servicelevel haben.

 

Füllen Sie das untenstehende Formular aus, um unser Q&A „Welche Auswirkungen hat eine verbesserte Produktverfügbarkeit auf den Umsatz?“ herunterzuladen!

 

 

 

 

 

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